Osterei Frühstücksei Das Gelbe vom Ei
Wie viele darf man essen, ohne Herz und Gefäße zu gefährden? Gleicht eins dem andern?
Nicht grundsätzlich tabu: Zum Frühstück ein gekochtes Ei
Wer es sich zum Frühstück gönnt, tut es oft mit einem schlechten Gewissen. Denn jeder weiß: Eier enthalten Cholesterin, und wer zu viel davon im Blut hat, riskiert Herzinfarkt und Schlaganfall.
Doch löst es das Problem, strikt auf Eier zu verzichten? Experten verneinen das. "Für den Cholesterinspiegel im Blut ist weniger das Nahrungscholesterin entscheidend", sagt Professor Dr. Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin in München, "sondern eher die Menge an Gesamtfett und speziell gesättigten Fetten."
Kein völliger Verzicht
Etwa zwei Drittel des Cholesterins wird im Körper aufgebaut, nur ein Drittel von außen zugeführt. Experten sind sich daher heute einig: Bis zu drei Eier pro Woche sind in Ordnung, selbst wenn das Cholesterin im Blut zu hoch ist.
Forscher wissen seit Langem um die Zusammenhänge, konnten sie den Essern aber bisher nicht überzeugend vermitteln. So hält sich die Mär vom Bösewicht Cholesterin im Essen hartnäckig. Viele träumen vom Ei, das frei ist von dem unerwünschten Fettbegleitstoff. Im Zeitalter von Food-Design und Gentechnik kein Problem, möchte man meinen. Doch bis heute sucht man im Kühlregal vergeblich nach dem Eierkarton mit dem Etikett "cholesterinfrei".
Ohne Cholesterin gibt's nicht
"Cholesterin ist für die Entwicklung des Kükens notwendig und lässt sich nicht einfach wegzüchten“, sagt Professor Michael Grashorn vom Institut für Tierhaltung und Tierzüchtung an der Universität Hohenheim. "Allerdings ist der Cholesteringehalt von Hühnereiern seit den 50er Jahren um mehr als 40 Prozent zurückgegangen, weil immer leistungsfähigere Rassen immer mehr Eier legen – mit kleineren Dottern und daher weniger Cholesterin pro Ei." Das als "cholesterinarm" deklarierte grünschalige Ei enthält nur deshalb so wenig von dem unbeliebten Stoff, weil es so klein ist. Und durch die Fütterung lässt sich der Cholesteringehalt um höchstens 15 Prozent senken.
Findige Werbestrategen versuchen daher, DHA-Eier als herzgesunde Alternative zu verkaufen. Gibt man Hühnern Algen zu fressen, reichert sich die darin enthaltene Docosahexaensäure (DHA) in den Eiern an. Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich eine Omega-3-Fettsäure. Diese Substanzen schützen die Gefäßwände und senken das Risiko für Herzrhythmusstörungen. Bis zu 100 Milligramm DHA liefert ein Designer-Ei, damit könnte jeder seine DHA-Versorgung um die Hälfte steigern. Verlockend, denn wir nehmen hierzulande zu wenig DHA auf.
Mehr von den angereicherten Eiern zu essen, rät Hauner trotzdem nicht. Denn die Kraftprotze enthalten auch ungünstiges Fett, und bisher lässt sich nicht angeben, welche DHA-Mengen Herzinfarkt wirksam vorbeugen. Zudem sind die aufgepeppten Eier teuer und nur in ausgewählten Läden zu haben. Lieber mehr Lachs oder Hering essen, sie enthalten von Haus aus DHA.
Gelbe Dotter sind etwas fürs Auge
Offenbar gleicht doch nicht ein Ei dem andern. Man denke an die Dotterfarbe. Viele schätzen ein kräftiges Gelb. Doch gesünder sind die dunkleren Dotter nicht, und sie schmecken auch nicht besser als blasse, haben aber einen "kosmetischen" Vorteil: Sie färben Spätzle und Kuchen appetitlich gelb. Fazit: Lassen Sie sich an Ostern ruhig mit gefärbten Eiern beschenken. Aber essen Sie lieber magere Pute als fetten Schweinebraten. Das spart gesättigte Fette, die das Blutcholesterin viel mehr erhöhen.
Quelle: Senioren Ratgeber
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