Pflege Demenzkranker flexibler gestalten

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15.04.2011 "Wir sehen uns in der Verantwortung, an Demenz erkrankte Menschen nicht im Stich zu lassen", bilanzierte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler den vierten Pflegedialog. Der Minister traf sich mit Experten, um über eine bessere Versorgung und Betreuung demenzkranker Menschen zu sprechen.

In Deutschland sind zur Zeit 1,2 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. In den nächsten 20 Jahren steigt diese Zahl voraussichtlich auf 1,7 Millionen. "Hinter diesen Zahlen steckt jeweils ein familiäres Einzelschicksal. Nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Pflegenden sowie die Angehörigen", erklärte Rösler.


Mehr Selbstständigkeit und Flexibilität

Dabei setzt der Minister auf einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff: Weg von der Minutenpflege, hin zu möglichst viel Selbstständigkeit und Flexibilität. Als Beispiel nannte der Minister Wohngemeinschaften von Demenzkranken. Diese Wohnformen könnten mit den notwendigen Pflegeleistungen kombiniert und auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen abgestimmt werden.

Mehr Wahlfreiheit bei der Pflege

Außerdem soll es für die Pflege Demenzkranker künftig die Wahlmöglichkeit geben: Erbringung bestimmte Leistungen von den Trägern oder Inanspruchnahme eines bestimmten Zeitkontingents zur Betreuung

Bislang können Pflegebedürftige nur Leistungen einkaufen, die sich auf pflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten beziehen. Künftig soll die Zeit auch mit allgemeiner Betreuung wie Spazierengehen oder Vorlesen gefüllt werden können. Dies komme dem Krankheitsbild Demenz entgegen, so der Minister.

Nicht nur auf die Kosten schauen

Der Minister mahnte, bei der Pflegereform müsse noch vor den Kosten über den Leistungskatalog einer menschenwürdigen Pflege gesprochen werden. Klar sei aber, dass nicht alles Wünschenswerte finanzierbar sei. Bereits die heutige Pflegeversicherung sei keine Vollkaskoversicherung, so Rösler.

Beim Pflegedialog berät sich der Bundesgesundheitsminister mit Experten der Pflegebranche. Die Ergebnisse der Gespräche fließen in die Pflegereform ein. Bundesgesundheitsminister Rösler hat den Pflegedialog bisher mit Fachleuten aus dem Pflegesektor sowie mit pflegenden Angehörigen geführt. Dabei ging es um die Attraktivität des Pflegeberufs, um mehr Hilfen für pflegende Angehörige sowie um den Abbau unnötiger Bürokratie.

An den Pflegedialog schließt sich in der zweiten Maihälfte eine Bürgerkonferenz zur Pflege an. Parallel dazu werden die Ergebnisse der Pflegedialoge in Eckpunkte für eine Pflegereform zusammengefasst. Diese sollen bis zur Sommerpause vorliegen.

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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